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Ratgeber für MicroUnternehmen

Ist MLM Betrug? Ist MLM seriös? Was ist MLM überhaupt? Wo liest man begründete MLM Kritik? Wer bietet unbefangene MLM Erfahrung? Was ist Wahrheit und was Dichtung, am gepriesenen MLM Erfolg? Sind die sogenannten MLM Teams wirklich ‚Teams' im Sinne gemeinschaftlichen Arbeitens hin zu einem gemeinsamen Erfolg? Sind MLM ebooks Quellen für weiterführende Information? Sind MLM Systeme geeignet für Home Based Business, freiberuflicher Existenzgründung, ein nebenberufliches Standbein oder Solo-Selbstständigkeit? Was ist dran am ‚passiven Einkommen' und was am Vorwurf ‚Schneeballsystem'?

 

Methodik:

Diese Rubrik setzt sich mit diesen und verwandten Fragen auseinander. Dies geschieht hier vor dem Hintergrund betriebs- und volkswirtschaftlicher Fakten wie auch auf Grundlage langjähriger Erfahrung als Marketingdienstleister für die MLM Industrie (Multi-Level Marketing). Insofern finden hier marktwirtschaftliche Kenntnisse und einschlägige Erfahrung der MLM Branche zueinander. Die sich hieraus ergebende Auseinandersetzung mit MLM und den daraus vollzogenen Schlussfolgerungen mögen dem LeserIn zur Erhellung der Risiken und Chancen im MLM, auch bekannt als: Network Marketing, dienen.

 

Diese Abhandlung beschäftigt sich zunächst schwerpunktmäßig mit folgenden Einzelthemen (weitere Einzelthemen folgen):

  1. Marktsättigung
  2. Schneeballsystem (Organisationsstrukturen)
  3. Moral und Ethik
  4. Abschliessende Betrachtungen, Fazit

 

Prolog - Ist nur das Image von MLM fragwürdig oder ist MLM tatsächlich so?

Was denken Sie, wenn Sie so angesprochen werden: ‚Du, ich habe eine Geschäftsmöglichkeit entdeckt, bei der Du kostenlos einsteigen kannst und Dir ein zweites Standbein mit monatlich €3.500 und mehr aufbauen kannst. Und wenn Du richtig gut drauf bist, kannst Du Dir totale finanzielle Unabhängigkeit erarbeiten!' Dreht es Ihnen dabei den Magen um? Denken Sie: ‚Aha, wieder so ein Werde-reich-über-Nacht-Schneeballssystem?'

 

Was ist MLM? - Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl XX

(fortg. von: Verkaufen im MLM)

 

Vertrauen Sie auf Ihr ‚Bauchgefühl'

Setzen Sie zur Entscheidungsfindung über den Beitritt zu einer MLM Ihre geschulte Intuition ein. Ein Beispiel (wie oben kurz erwähnt): Über 90% der MLM Einsteiger scheitern innerhalb des ersten Jahres Ihrer Tätigkeit! Manche MLMer sprechen gar von 97% Aussteiger. 90% ist der geringste Prozentsatz, den ich in offenen Interviews mit Uplinern gehört habe.

 

Als MLMer sind Sie solo-selbstständig, die Erwerbstätigkeit ist ähnlich dem klassischen Handelsvertreter und die Verträge dementsprechend aufgebaut. Mit dem Beitritt zu einer MLM gründen Sie eine berufliche Existenz, auch wenn sie nebenberuflich begonnen wird. Existenzgründungen anderer Art, die innerhalb des ersten Jahres scheitern, belaufen sich laut Bundesamt für Statistik allenfalls im sehr niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

 

Im Vergleich dieser Zahlen zueinander zeigen sich die Erfolgsaussichten. Zur Interpretation dessen ist ein betriebswirtschaftliches Studium nicht notwendig. Hier reicht der gesunde Menschenverstand, um die Nachhaltigkeit einer Geschäftsgründung im MLM einzuschätzen. Das Risiko des Scheiterns und dem damit verbundenen Verlusten an sozialen Beziehungen, Geld und Arbeitszeit ist also hoch.

 

Kurzum

Die Familie und das erweiterte soziale Umfeld sollten von solcherlei Risiken verschont werden.

 

Mit der Abwendung von den eigenen berufsethischen und moralischen Vorstellungen zahlt man im MLM einen hohen Preis, und zwar sowohl bei Erfolg als auch beim Scheitern.

 

Das dem MLM inhärente, wenn auch verschleierte, Schneeballsystem stellt durch das gleichzeitige Angebot einer selbstständigen Erwerbstätigkeit und verkäuflicher Produkte für Viele eine schwer zu widerstehenden Verlockung dar.

 

MLM ist per se eine fehlerhafte Vertriebsorganisation, die regelmäßig an der allseits anerkannten Notwendigkeit zur Planung und Steuerung der Marktsättigungsproblematik scheitert... und damit auch neun von zehn Einsteigern innerhalb eines Jahres.

 

 

(Hinweise:

Weitere Publikationen zu Einzelthemen in der betriebswirtschaftlichen Kritik an MLM sind in Vorbereitung.

Gerne nehmen wir Ihre Vorschläge und konstruktive Kritik auf.)

Was ist MLM? - Verkaufen im MLM XIX

(fortg. von: Die Freunde-Inflation)

 

 

Verkaufen im MLM

Grundsätzlich gehört das Verkaufen als Teilbereich des klassischen Marketing zu MLM, wie bei jedem anderen Unternehmen. Varianten des Verkaufens, wie bspw. Power Sales oder Push Strategies als aggressive Methoden, kommen auch im MLM vor. Man wird jedoch nicht als Verkäufer geboren, Verkaufen ist eine menschliche Verhaltensweise, die erlernbar ist. Dies schliesst das Vorhandensein von mehr oder weniger Talent zum Verkaufen nicht aus. Neulinge im MLM werden sogar teilweise im Verkaufen ‚geschult'. Großenteils sind es Pseudo-Schulungen, die auf gekünstelte Nachahmung und weniger auf Verstehen/Umsetzen ausgerichtet sind. Das sage ich als langjähriger Dozent und als Leiter eines Insituts in der Erwachsenenbildung.

 

Die jungen Rekruten werden dann als erstes auf den warmen Markt angesetzt, zur Übung! Freilich, der größte Teil der Rekruten kommt aus verkaufsfremden Berufen, was zusätzlich die Qualität der Schulungsabgänger hinsichtlich erlernter Verkaufsfähigkeiten belastet, aber offensichtlich nicht von vornherein Berücksichtigung findet. Die jungen Rekruten werden auf ihre Familienangehörige, zur Übung, angesetzt. Denn die Zielstellung heisst ja vornehmlich: Bauen Sie Vertrauen auf! ... und darauf: Setzen Sie den Samen des ‚leicht verdienten Geldes' (sh. auch Materialismus, oben). Hat er seinen nahen Angehörigen für eine Jubelveranstaltung gewonnen, übernimmt ein ‚mit allen Wassern gewaschener' Profi-Seller oder VideoDarsteller. Dabei genügt es den Veranstaltern keineswegs ein oder mehrere Produkte zu verkaufen. Zusätzlich dazu soll unbedingt eine ‚Einschreibung' erfolgen - eine weitere Mutter oder Freund in der Downline.

 

Übrigens, bei solchen Jubelveranstaltungen sind die Claquere bestens organisiert, ähnlich den Billig-TV-Produktionen, die den Applaus vom gekauften Soundtrack einfach auf Kommando einspielen.

 

(Weiter mit: Vertrauen Sie auf Ihr ‚Bauchgefühl'!)

Was ist MLM? - Kapitel 4: Abschliessende Betrachtungen, Fazit XVIII

(fortg. von: Moralische und berufsethische Fragen)

 

4. MLM - Abschliessende Betrachtungen, Fazit

 

Die Freunde-Inflation

Nicht erst seit Twitter und diversen anderen sog. Social Networks scheint der Begriff ‚Freund' in den neuen Medien eine neue Begrifflichkeit zu erfahren. Dort wird schon jeder, dessen email Adresse bekannt ist, und bekannt gegeben wird, als Freund bezeichnet. Mehr zur Person ist nicht notwendig zu kennen. Bislang gehörte zum Freund-Sein erheblich mehr Nähe und Bekanntheit. MLM funktioniert zum wesentlichen Teil über Beziehungen, vor allem über persönlich/private Beziehungen. Es wird bei der Rekrutierung von VPs aus dem eigenen sozialen Umfeld vom ‚warmen Markt' gesprochen. Die Aufgabe der Rekrutierung beginnt in der Regel im warmen Markt, d.h. Co-Studenten, Arbeitskollegen, Freunde, Freundinnen, Nachbarn, selbst nahe Verwandte. Bei erfolgreicher Rekrutierung eines solchen Networks (MLM heisst ja auch: Network Marketing) setzt das Ausnutzen der Personen des eigenen sozialen Umfeldes ein - teils mit fatalen, unabsehbaren und bleibenden Folgen für alle Beteiligten.

 

Als Neuling nimmt man in Kauf, dass dies zum ‚Aufbau des eigenen Geschäftes ‚einfach dazugehört', ohne die Folgen zu bedenken. Man nennt es eben ‚networking'. Angesprochene sehen es jedoch mit anderen Augen, nämlich dass eine Freundschaft oder private Beziehung als Vehikel für die Vereinnahmung in ein zweifelhaftes Geschäft herhalten soll. Hierbei scheint es keine Basis für Kompromisbereitschaft zu geben, denn MLM polarisiert. Entweder man ist dafür (Du bist weiter mein Freund) oder dagegen (Du warst mein Freund). Diese Polarisation führt zur Belastung von persönlichen Beziehungen - über kurz oder lang.

 

Diese Polarisation wird u.a. erregt und begünstigt durch das angewendete Mittel der Manipulation. Zur Vertiefung dieses Mittels sh. auch die Fachartikelreihe ‚Sind Sie manipulierbar?' hier im Wissensportal unter Ratgeber MicroUnternehmen.

 

(Weiter zu: Verkaufen im MLM)

Was ist MLM? - Moralische und berufsethische Fragen als Hilfestellung XVII

(fortg. von: Handel, die Schule des Betruges)

 

Moralische und berufsethische Fragen als Hilfestellung

Sollten Sie sich mit dem Gedanken befassen, einer MLM beizutreten, dann haben Sie Entscheidungen zu treffen, die ihre beruflichen aber auch sozialen Weichen stellen werden. Nach den vorhergehenden Kapiteln und die darin beschriebenen betriebswirtschaftlichen Themen, einige spezielle Fragen zur Berufsethik, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen mögen:

 

a) Welches Bild soll mein soziales Umfeld von mir haben?

b) Soll ich als jemanden gelten, der sogar seine Mutter rekrutieren würde, um einen Downliner für mein ‚Geschäft' zu gewinnen?

c) Soll ich meine Verkaufsfähigkeiten dazu benutzen, um andere Menschen davon zu überzeugen, dass ein wirtschaftlich ‚kränkelndes' System nachhaltig Bestand haben kann?

d) Gebe ich meinen guten Namen dafür her, eine Firma zu repräsentieren, bei der eine oder mehrere verurteilte Straftäter als Führungskräfte gelistet werden?

e) Möchte ich als einer MLM zugehörig gesehen werden, deren mehrere Mitglieder öffentlich im Internet als Mob auftreten und andere verleumden, beleidigen und übel nachreden?

f) Will ich meine berufliche und persönliche Qualifikationen für ein Unternehmen in Gang setzen, deren Produkte nur oder größtenteils durch MLM Strukturen (Eigenverbrauch, progressive Werbung) zu verkaufen sind?

g) Vertrete ich mit meiner Tätigkeit im MLM eine verstärkende Abwendung von sozialen Gedanken und gleichzeitig ein Hinwendung zu mehr Materialismus und sozialer Kälte?

 

Ich kenne natürlich auch den Spruch: Ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt sich's weiter ungeniert. Beurteilen Sie selbst, was dran ist, im Zusammenhang mit MLM.

 

Für die LeserInnen mit christlich/ethischem Hintergrund, ein Bibelzitat: An Ihren Früchten werdet Ihr sie erkennen! Schauen Sie also hin, auf die Früchte... und dann im Hinblick einer möglichen künftigen MLM Tätigkeit.

 

Für die LeserInnen mit einem nicht-christlich-ethischen Hintergrund, ein Eigenzitat: Steckt man den Kopf in einen Mülleimer, muss man sich nicht wundern, wenn man danach nach Müll riecht.

 

(Weiter zu: Kapitel 4 MLM Abschliessende Betrachtungen)

Was ist MLM? - Handel, die Schule des Betruges XVI

(fortg. von: MLM und strafrechtlich relevante Ehrdelikte)

 

Handel ist die Schule des Betruges (Luc de Clapier Vauvenargues)

Verbrechen lohnt sich, zumindest kurzfristig - so scheinen manche MLMer zu denken. Schneeballsysteme sind in Deutschland gegen Strafe verboten, ebenso progressive Werbung und unlauterer Wettbewerb. Kann es Strategie sein, dass man den Mantel des MLM über ein Schneeballsystem wirft und plant, kurzfristig Gelder abzugreifen bevor die Strafverfolgung einsetzt?

 

MLMs stellen sich gezielt als seriöse Unternehmen dar, ebenso die darin arbeitenden Menschen. Ehrbare Kaufleute, denkt man. Kann es sein, dass so mancher MLMer sich soweit herablässt, MLMs sogar gegen berechtigte Kritik zu verteidigen, in der Hoffnung, dass sie später an das große Geld gelangen würden?

 

Zusehends stellen aber die Menschen hierzulande fest: Es sieht aus wie eine Pyramide, es hat die Struktur einer Pyramide, es gebärdet sich wie eine Pyramide - wahrscheinlich ist es eine Pyramide. Und andere meinen dazu: Nee, wenn es ein MLM ist, dann ist es keine Pyramide!

 

Spricht man letztere sachorientiert daraufhin an, dann hört sich die Gegenargumentation oft so an, wie man sie auch von mafiösen Strukturen hört: „Aussenstehende verstehen uns nicht. Wir haben eine eigene Unternehmenskultur, es ist teilweise wie in einer Familie. Wir wollen ja auch nur unsere wirtschaftlichen Interessen so ausleben, wie alle anderen Unternehmen auch. Wir werden von MLM-Hassern verfolgt, die sich gegen uns verschworen haben. Sehen Sie doch, wieviele Menschen durch uns eine lohnende Beschäftigung gefunden haben!" Man findet sogar Bundesminister, deren Konterfeit auf so manchem Networker Magazin prangt, und es muss herhalten für: „Sehen Sie, sogar der Bundesminister Hr. X hält unsere Sache für gut!"

 

Und dennoch bleibt so manche Frage berufsethischen Hintergrundes unbeantwortet: Sind MLMs auf ethisch unbedenkliche Weise auf die Erwirtschaftung von Gewinn ausgerichtet? Sind MLMs seriöse Unternehmen, und werden sie es künftig sein?

 

(Weiter mit: Moralische und berufsethische Fragen)

Was ist MLM? - Strafrechtlich relevante Ehrdelikte XV

(fortg. von: ‚Nicht mit mir, so tief würde ich nie sinken!)

 

MLM und strafrechtlich relevante Ehrdelikte

Ich verzichte hier auf die Definition der strafrechtlich relevanten Ehrdelikte: üble Nachrede, Verleumdung und Beleidigung und verweise auf die entsprechenden Fundstellen, bspw. auf das Strafgesetzbuch (StGB).

 

Die Auseinandersetzung mit dem Mitbewerb unterliegt einer gewissen professionellen Berufsethik, in jeder Branche der Wirtschaft. In jeder Branche findet man auch zusehends Vorkommnisse des Mobbings, dass sich ja regelmäßig solcher Ehrdelikte bedient. Allerdings kann ich mich vor dem Hintergrund meiner über 30-jährigen Berufserfahrung nicht des Eindrucks erwehren, dass es zu einer überproportionalen Häufung solcher Ehrdelikte im MLM gekommen ist. Wenn der VP einer MLM sich, auch öffentlich bspw. in Internetforen, mit einem Wettbewerber auseinandersetzt, dann kann es mitunter richtig häßlich werden.

 

Eine der bedeutendsten Beispiele jüngerer Zeit für die Anwendung von übler Nachrede ging in den späten 80er Jahren von einigen Amway VPs aus. Sie bezichtigten ein Vorstandsmitglied eines Mitbewerbers (keine MLM aber Produktwettbewerber), auf internationaler Ebene, Mitglied einer satanistischen Gruppierung zu sein und dass das Logo der Firma sogar okkulte Symbole beinhalte. Die Sache wurde rechtlich verfolgt, die Urheber der üblen Nachrede vor Gericht gestellt und verurteilt.

 

Wenn vergleichende Werbung zur Darstellung der Fehlerhaftigkeit des Konkurrenzproduktes verwendet wird, dann ist das eine Sache. Wenn aber ein ‚Negativverkauf' in strafrechtlich relevanter Weise in üble Nachrede ausartet, dann ist das eine andere. Übrigens, das Gerücht um den angeblichen Okkultismus war noch Jahre nach dem Urteil (90er Jahre) zu vernehmen.

 

Vorsicht ist bei einer Reihe von Internetforen geboten, die unter dem Deckmantel seriöser Berichterstattung über MLM, in Wirklichkeit als Rekrutierungsplatformen für die verschiedensten MLMs dienen. Freilich, werben ist wichtig für jedes Unternehmen. Geht die Werbung jedoch soweit, dass Menschen hinters Licht geführt werden, um an deren Geld und kostenloser Arbeit zu kommen, dann ist das moralisch verwerflich. In dem Zusammenhang lässt sich dann schon von Betrug oder Diebstahl sprechen und die Täter wären zu bestrafen. Ein Blick auf die Möglichkeiten, solche Täter zu identifizieren, spricht Bände. Da tummeln sich mehrfache Accountanmeldungen für ein und dieselbe Person, aber unter verschiedenen Pseudonymen - hinterlegte persönliche Daten sind fingiert oder unvollständig, sodass eine Ladungsfähigkeit darüber nicht möglich ist. Selbst manche Betreiber der Foren hinterlegen keine nach deutschem Recht ladungsfähige Adressen nieder, manchmal findet man Strohmänner, die im Ausland wohnend als angebliche Betreiber herhalten sollen.

 

(Weiter mit: Handel, die Schule des Betruges)

Was ist MLM? - Materialismus, Gier und Motivatoren XIV

(fortg. von: Wozu werden die Motivatoren Materialismus und Gier bemüht?)

 

‚Nicht mit mir, so tief würde ich nie sinken!

Jeder kennt sein eigenes Wertesystem, ob religiös oder nicht-religös fundiert, zumindest unbewusst. Regt sich einem das Gewissen, dann ist das ein untrügliches Zeichen für eine Werteverletzung, bei jedem, denn selbst Atheisten, Materialisten und Agnostiker haben Werte- und Normvorstellungen.

 

Für eine MLM arbeitend wird man früher oder später mit der Überprüfung des eigenen Wertesystems konfrontiert: ‚Will ich dieses Produkt/Dienstleistung/MLM unter den gegebenen Umständen weiter gegen meine eigenen Wertevorstellungen verkaufen?' Die Frage bleibt nicht aus, denn bei jedem Beratertreffen, bei jedem neuen eBook, bei jeder neuen Videopräsentation wird der Manipulationsmechanismus ‚Gier' bemüht. MLMs leben nunmal davon und damit. Motto: Friß Vogel, oder stirb!

 

Und der überzeugte Materialist? Nun, er hat die Hürde des ‚Wie keck, wie frech?' muss er bei seiner Präsentation sein. Regt sich bei ihm dabei das Gewissen, dann stellt er sich (zumindest unbewusst) die Frage, ob er Materialismus verkaufen soll. Ein klassisches Dilemma (Zwickmühle).

 

Weitere berufsethische Probleme gibt es einige, bspw. die zwischenzeitlich durch die Rechtsprechung geregelte Nicht-Verwendung von Heilversprechen bei Nahrungsergänzungsmitteln. Es gäbe die lange Liste von Gerichtsurteilen nicht, wären die Heilversprechen nicht schon vorher dagewesen. Als weiteres Beispiel möge die Verwendung von Gefälligkeitsgutachten dienen, die teilweise rechtssicher abgeurteilt wurden. Ein Weiteres: die Verwendung gekünstelter Erfahrungsberichte und Empfehlungen (da muss schon mal die eigene Mutter dafür herhalten) . Schließlich: die Bezahlung von ‚Mietmäulern' durch MLM-nahe Betreiber oder Hintermänner in diversen Internetforen, die angeblich unbefange Information anbieten.

 

Die Liste unmoralischer bzw. berufsethisch fragwürdiger Gegebenheiten ist, leider, lang. MLMs versuchen auch, sich des ‚Business Networking' zu bemächtigen, das altbekannte ‚Vitamin C' (connections) bis hin zu den eigenen Verwandten und Freunden. Es regt sich allerdings teilweise starker Widerstand gegen die ‚Infiltrierung' von MLM-Aktivitäten in großen, weltumspannenden Organisationen - sh. bspw. Google und Xing.

 

(Weiter mit: MLM und strafrechtlich relevante Ehrdelikte)

Was ist MLM? - Materialismus, Gier XIII

(fortg. von: Unmoralisches Angebot, Materialismus, Gier)

 

Wozu werden die Motivatoren Materialismus und Gier bemüht?

Man könnte wohl vermuten, dass Manipulation dahinter steckt, denn:

Wenn es sich tatsächlich um ein seriöses Angebot handele, warum fehlen dabei Sachinformationen zum Markt, zum Produkt und dessen Nutzenstiftung, statt dass dem Betrachter obszöner Materialismus untergejubelt wird?

Gibt es keine bessere Verwendung von Einkommen als Ferrari zu fahren (nichts gegen die Automarke) oder eine Eigentumswohnung für die (außereheliche) Freundin zu kaufen?

Welcher Zweck wird mit dem Auslegen solcher ‚Köder' verfolgt?

Appeliert man dabei an meine Instinkte, damit der gesunde Menschenverstand umgangen wird?

 

In dem Film: Wallstreet, spielt Michael Douglas den Mr. Gecko, und dessen Spruch: Gier ist gut! Er hatte guten Grund dazu, denn er wusste, dass der gesunde Menschenverstand auf der Strecke bleibt, sobald die $-Zeichen (€ natürlich genauso) in den Augen des Betrachters/Umworbenen anfangen zu leuchten. Ungehemmte Gier setzt Sachbeurteilung außerkraft.

 

Gecko handelte allein, bei MLM werden jedoch die Werbebotschaften innerhalb des Corporate Identity vorgegeben. Die MLM bestimmt welche Videos, eBooks usw. mit welchen Einzelbotschaften in die Masse an Menschen hinauszutragen sind. Dabei gibt es nicht viel Raum für die individuelle Freiheit des Vertriebspartners. Aufkeimende Kritik der Vertriebspartner wird erstickt, sie werden ‚gleichgeschaltet', entweder Spurhalten oder gehen. Versuche, Kritik öffentlich zu diskutieren oder sich von obszön wirkenden MLM Werbebotschaften zu distanzieren, führt oft zum Hinauswurf, zur Stigmatisierung, zu Mobbing oder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Man sehe sich dazu nur einige Vorgänge bspw. in Internetforen, die sich mit MLM beschäftigen, an. Dazu, jedoch, später mehr.

 

Was bleibt ist der Druck zur Linientreue des Vertriebspartners, trotz seiner angeblichen selbstständigen Partnerschaft mit seiner MLM.

 

(Weiter mit: ‚Nicht mit mir, so tief würde ich nie sinken!')

Was ist MLM? - Kapitel 3: Berufsethische und Moralische Aspekte im MLM XII

(fortg. von: MLM - Wirklich die Chance Deines Lebens?)

 

3. Berufsethische und moralische Aspekte im MLM

 

Ein unmoralisches Angebot

Sowohl unter den christlichen als auch nicht-christlichen Religionen, selbst unter Menschen, die keine Religion ihr eigen nennen, wird Materialismus und Gier verurteilt. Dennoch ist eine Diskussion der berufsethischen und moralischen Aspekte im Wirtschaftsleben gängig, wenn auch mitunter nicht ganz einfach. ...ein deutlicher Hinweis dafür, dass allseits Materialismus und Gier zwar verurteilt wird, wir Menschen jedoch eben so sind.

 

Dies wird deutlich, wenn man sich den ‚doppelten Boden' der ethischen Vorgaben in allen Kulturen vor Augen führt, denn sie flüstert uns ein: Wenn wir schon materialistisch und gierig sind, dann bitte nicht zu offensichtlich. Insbesondere die Marketing- und Werbeindustrie hat sehr subtile und ausgefeilte Mechanismen entwickelt, die sie mit Inbrunst auch betreibt, und die auf die Ausnutzung dieser menschlichen ‚Triebe' ausgerichtet sind - mit Erfolg (nach deren Maßstäben). Wir, die Verbraucher, scheinen dem nicht viel entgegen setzen zu wollen. Hauptsache, der Mantel des Schweigens wird dabei nicht zu sehr gelüftet. Es nützt nicht sehr viel, diese doppelbödige Moral zu beklagen, denn sie ist schon längst modus vivendi geworden. Die Werbeindustrie befleissigt sich indes weiter in der Verschleierung ihrer manipulativen Machenschaften unter Ausnützung von Gier und Materialismus.

 

Die Offenheit des MLM bei Materialismus und Gier

Die MLM-Industrie ist hingegen schamlos offen. Nehmen Sie jede x-beliebige Brochure, eBook, Marketing- und Vergütungsplan oder Videobotschaft zur Hand. Die mehrfachen und intensiven Apelle an die Gier und an das materialistische Denken des Betrachters ist nicht zu übersehen, die (auch unbewusste) Konfrontation, selbst für überzeugte Materialisten, ist bisweilen hart. Sehr oft wird mit Bildern geworben, die den ‚American Way of Life' suggerieren: Traumstrand, Traumfrau, Traumauto, Traumfamilie, Traumeinkommen. Nein, lieber LeserIn, nicht immer, aber sehr oft!

 

(Weiter mit: Wozu werden die Motivatoren Materialismus und Gier bemüht?)


Was ist MLM? - Die Chance Deines Lebens? XI

(fortg. von: MLM - Vertrauen und Abzocke)

 

MLM - Wirklich die Chance Deines Lebens?

Als Zwischenfazit lässt sich festhalten, dass es im MLM regelmäßig darum geht, in nicht gebietsgeschützten Vertriebsregionen Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen, wobei die Anzahl an dafür angeheuerten Vertriebspartner nicht oder unzulänglich begrenzt wird und es dadurch zu einer schnellen Marktsättigung kommt.

Wie rational wäre vor diesem Hintergrund eine Entscheidung, für eine solche MLM tätig zu sein? Welche Chancen hätte man bei einer positiven Entscheidung? Welche Chancen hätte man, nicht zu den über 90% zu gehören, die Schiffbruch erleiden.

Ein weitere Aspekt wäre im folgenden Motto zu sehen: Den letzten beissen die Hunde! Also, möglichst früh dabei sein und den Gewinn abgreifen, der sich nur anfangs bietet. Denn woher kommen deren Gewinne? Natürlich, vom Verlierer am unteren Ende. Am Ende der Pyramide oder am Ende des Schneeballsystems. Dabei spielt das verkaufte Produkt oder die Dienstleistung, bzw. deren Qualität und Nutzen, gar keine oder nur eine verschwindend geringe Rolle.

Worauf kommt es bei diesem ‚Traumjob' im MLM an? Auf die Exploitation, dem Ausnutzen von Menschen, d.h.: den schnellen Euro, solange es geht.

Epilog

Dem LeserIn soll mit der vorausgegangen Analyse vor Augen geführt werden, dass MLM grundsätzlich Fehler und damit Risiken in sich birgt, und damit eine Entscheidungsgrundlage für das künftige Tätigwerden im MLM angeboten werden. Für diejenigen, die bereits im MLM tätig sind, mag es als Denkschrift dienen und gleichzeitig eine Informationsgrundlage für die Gefahren und Risiken im MLM dienen.

Ausblick

Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit moralischen und berufsethischen Aspekten von MLM, wobei marktwirtschaftliches Tun den Handlungshintergrund bildet. Darüber hinaus sehen wir die Wirtschaftslandschaft seit Jahresfrist (2009) von der Finanzkrise überschattet. Diese wiederum kam durch die Gier der Menschen in einer Reihe von Wirtschaftsbranchen zustande. Folglich wird Gier als Motivator im Zusammenhang mit MLM aus ethischer Sicht untersucht.

 

 

(Weiter mit: Kapitel 3 Berufsethik und Moral, hier: Gier)

Was ist MLM? - von Vertrauen, Jedermann, Abzocke und Aufbau X

(fortg. von: Kann MLM funktionieren?)

 

Verzögerter MLM Aufbau

Nachdem es sich beim potentiellen Klientel herumgesprochen hat, bemühen sich manche MLMs neuerdings, die geometrische Folge bereits nach wenigen Ebenen abzubrechen, bspw. nach der vierten Ebene. Allerdings erreicht man dadurch lediglich eine Verzögerung des exponentiellen Wachstums und zusätzlich: die Zwischenschaltung weiterer unnötiger und wiederum kontraproduktiver Ebenen.

 

Vertrieb für ‚Jedermann', oder Otto Normalverbraucher

Vorgefundene Behauptungen, MLM sei eine Vertriebsart, eine Erfolgsplan für Jedermann, überbieten die das Schneeballsystem in Sachen Absurdität. Man stelle sich nur vor, jeder neu hinzu kommende VP kaufe ein Produkt oder Dienstleistung, das er nur bedingt für den eigenen Verbrauch benötigt. Mit jedem Produktkauf bezahlt jeder VP überhöhte ‚Kickbacks' und Provisionen für jede der zehn Ebenen in seiner Downline. Diese Ebenen sind für seinen Produktkauf auch noch unnötig und sogar: unbeteiligt! Mit Effizienz aus wirtschaftlicher Sicht hat dies herzlich wenig zu tun, eher mit einer Verschwendung von Ressourcen. Welchen Mehrwert leisten denn diese vielen unbeteiligten VPs für den Weg des Produktes von der Produktion bis zum Verbraucher? Den Realitäten seriös arbeitender Unternehmen ist dies fremd.

 

Von Vertrauen und Abzocke

Abzocke, auf der einen Seite, funktioniert nicht ohne Vertrauen, auf der anderen Seite. (Zum Thema Manipulation durch Vertrauen ohne Kontrolle sh. auch meinen Artikel) Ich habe eine Reihe MLMer kennengelernt, die sich über die verschiedensten Wege als Vertrauensleute positionieren. Sie verwenden verschiedene Mittel zum Zwecke des Schaffens von Vertrauen bei potentiellen VPs; sei es das Bemühen alter Geschäftsbeziehungen aus früheren Branchen, oder durch den Unterhalt von sogenannten MLM Foren im Internet zur angeblichen unbefangenen Erörterung von Problemen im Bereich MLM. Darunter befinden sich auch solche, die sogar nach aussen propagieren, MLM-feindlich zu sein.

 

Neuerdings bedienen sich solche MLM-Schattenwirtschaftler der modernen Medien, bspw. Motivations CDs, Webinare und Seminare, ebenso Videos und eBooks über das Internet. Sie verkaufen sogenannte ‚Erfolgsgeheimnisse' oder das Image, erfolgreich im MLM zu sein und man wolle einem beibringen, wie das geht.

 

Dadurch, dass zusehends neue Rekruten immer öfter Schiffbruch erleiden (die Branche selbst spricht von eine Fluktuation von mehr als 90%!) entsteht eine Parallel-MLM-Wirtschaft. Denn in dem Bemühen, die Neuen möglichst lange bei der Stange zu halten, deren Vertrauen aber durch ausbleibende Erfolge am ermangeln ist, braucht es Motivatoren. Und so werden MLMs eigens für die Distribution solcherlei Motivationsmaterialien, wie eBooks, Videos usw. gegründet und betrieben.

 

(Weiter zu: MLM - Wirklich die Chance Deines Lebens?)
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