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Existenzgründung oder Selbstausbeutung? Teil 1 Drucken E-Mail
Geschrieben von: Rudolf J. Osler   

Vielfach gründet man eine berufliche Existenz einfach um einen Job für sich selbst zu haben. Wenn man, jedoch, nicht aufpasst, kann man sich aus dem Job hinausarbeiten. Selbständigkeit, zumal Solo-Selbständigkeit, bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Ein nicht zu verachtender Vorteil ist es, die Gelegenheit zur Entwicklung grundsätzlicher Qualifikationen im Management (management skills) zu entwickeln und einzuüben. Gleichzeitig wird man dafür bezahlt, etwas zu tun, was einem Freude bereitet. Selbständigkeit ist bei einigen Existenzgründern das Einzige, was sie suchen. Andere, hingegen, nutzen die Selbständigkeit als Steigbügel, um nachhaltig erfolgreiche Unternehmen aufzubauen, und seien es MicroUnternehmen oder Home Based Businesses.

Nun ist die Frage legitim, ob es signifikante Unterschiede zwischen einer selbständigen Erwerbstätigkeit (oder freiberuflichen Tätigkeit) und der Führung eines Unternehmens (ode MicroUnternehmens) gibt. Im Folgenden liste ich einige Hinweise auf eine selbständige Erwerbstätigkeit auf:

 

1. Sie selbst stehen im Vordergrund. Ihre Kunden verlassen sich auf Sie, persönlich, wenn es um die Lieferung der Produkte oder Dienstleistung geht. Denken die Kunden an das Unternehmen/Gewerbe, dann denken sie an Sie.

2. Ihr Umsatz zeigt deutliche Anzeichen einer Achterbahnfahrt, 'fette' Zeiten wechseln sich mit 'mageren' Zeiten ab. Bei hoher Auftragslage arbeiten Sie lange und hart, bei Beendigung eines Auftrages sind Sie erstmal ohne Arbeit. Sie sind auf Gedeih und Verderb von Ihren Kunden abhängig und wagen es nicht, einen Auftrag abzulehnen, weil sie nicht wissen, wann und ob der Nächste hereinkommt.

3. Es ist eine direkte Korrelation zwischen Ihrem persönlichen Arbeitseinsatz und dem Kundendienst. Bremsen Sie Ihren Arbeitseinsatz, wird der Umsatz ausgebremst. Das Geschäft endet, wenn Sie ermüden.

4. Ihre komplette Arbeitszeit wird im Geschäft eingesetzt und es bleibt kaum Energie und Tatkraft übrig, um am Geschäft zu arbeiten.

5. Buchhaltungssysteme sind, wenn überhaupt, nur rudimentär, wahrscheinlich machen Sie die Buchhaltung selbst oder überreichen dem auf Stundenbasis bezahlten Steuergehilfen unregelmäßig Ihre unordentlich befüllten Belegordner.

(Indikatoren für die Entwicklung weg von der Solo-Selbständigkeit hin zu einem nachhaltig erfolgreichen Geschäft finden Sie hier:)

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