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Existenzgründung oder Selbstausbeutung? Teil 2 Drucken E-Mail
Geschrieben von: Rudolf J. Osler   

(Forts. von hier)

Hier ein Liste von Indikatoren für die Entwicklung weg von der Solo-Selbständigkeit hin zu einem nachhaltig erfolgreichen Geschäft, zur Überprüfung:

 

1. Das Geschäft oder MicroUnternehmen oder das Gewerbe kann getrennt vom Inhaber gesehen werden. Unternehmenskunden erwartet nicht unbedingt, dass der Eigentümer an vorderster Front steht. Das Geschäft entwickelt sich hin zu einer Teamarbeit und schliesst Menschen ein, die die Vision, Ziele und Werte des Unternehmens teilen.

2. Mitarbeiterverantwortung, -führung und -entlohnung erfordern entsprechende Strukturierung in einer keimenden Aufbau- und Ablauforganisation. Das Unternehmen hat den Status offener Stellenausschreibungen wegen fehlenden Personals verlassen und bewegt sich in Richtung detaillierter Stellenbeschreibungen für bereits eingesetztes Fachpersonal. Die Aufgaben des Inhabers tendieren hin zur leitenden Funktion (den sog. dispositiven Faktor darstellend).

3. Die Grundlage des Unternehmerlohns bezieht sich weniger auf die Anzahl geleisteter Arbeitsstunden, obwohl die Arbeitszeit nicht unbedingt weniger wird.

4. Der Inhaber kümmert sich mehr um strategische (längerfristige) Planung und Maßnahmen, die die Effizienz und das Wachstum des Unternehmens stützen.

5. Das Vorhandensein einer ordentlichen Buchhaltung, Finanz- und Liquiditätsplanung und deren Steuerungssysteme. Der Inhaber hat den Finger am 'Puls' des Unternehmens, d.h. er kontrolliert jederzeit den sog. Cash Flow (betriebliche Ausgaben und Einnahmen).

 

Zumeist geschieht der Übergang von der Solo-Selbständigkeit hin zu einem nachhaltig erfolgreichen Unternehmen weder übernacht noch durch Zufall. Dies zu bewerkstelligen ist eine ur-unternehmerische Aufgabe bei dem der Inhaber richtungsweisende Entscheidungen hinsichtlich des Wachstums (Größenordnung und Geschwindigkeit) fällt und zu verantworten hat. Dies schliesst die Organisationsmaßnahmen ein, die die Wachstumsentscheidungen als Handlungsbedarf ergeben. Die das Unternehmen tragende Infrastruktur kann auf eine mögliche Reduzierung des zeitlichen Arbeitseinsatzes des Inhabers ausgerichtet sein. Ist sie das, dann wäre der ehemalige Solo-Selbständige in der Lage das Unternehmen zu verkaufen und/oder sich der Verfolgung anderer Ziele zuzuwenden.


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